Meine Behinderung 

 

Seit meinem 20. Lebensjahr bin ich nach einem Motorradunfall querschnittgelähmt.

Info´s zur Querschnittlähmung

Die Konsequenzen – für mich persönlich und mein Umfeld

Viel spannender ist aber sicher, wie man als Einzelner damit umgeht, wenn man betroffen ist – und betroffen bin natürlich nicht nur ich selbst, sondern auch meine Partnerin….

Seit dem Unfall sind Räder in meinem Leben sehr wichtig. Ich benutze sie als Ersatz für meine Beine. Bei dem Unfall habe ich mir die Wirbelsäule gebrochen, genauer gesagt, den 10., 11. und 12. Brustwirbel („Th 10-12“).Dabei wurde das Rückenmark verletzt (unterbrochen), was zur Folge hat, das ich die untere Hälfte meines Körpers weder bewegen noch fühlen kann (komplette Querschnittslähmung). Die Auswirkungen, die so eine Verletzung mit sich bringt, sind oft sehr verschieden. Das heißt, das bei einem anderen, auch bei gleicher Lähmungshöhe, die Auswirkungen ein wenig anders sind. Ich kann hier nur über mich berichten.
Das Rückenmark fungiert quasi als Datenleitung zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers. Durch diese Unterbrechung können nun keine Befehle mehr zwischen Muskeln, Nervenzellen der Haut, und der Organe, die sich unterhalb der verletzten Stelle befinden, und dem Gehirn ausgetauscht werden. Das führt dazu, das die Muskeln langsam verkümmern, die Gelenke steif werden (wenn sie nicht regelmäßig händisch durchbewegt werden), Druckstellen auf der Haut nicht wahrgenommen werden, die Lage der betroffenen Extremitäten nur mehr visuell wahrgenommen werden kann und Organe in diesem Bereich, keine Impulse mehr an die andere Hälfte des Körpers senden können.

Hilfsmittel – Rolli und mehr…

Die Querschnittlähmung zwingt mich dazu, verschiedenste Hilfsmittel zu verwenden:
Da wäre zum einen natürlich der Rollstuhl, der natürlich dem Grad der Behinderung angepasst werden muss, da er nicht nur zur Fortbewegung dient, sondern auch dem Körper den nötigen Halt beim sitzen geben muss. Dazu ist es wichtig, dass die Sitzbreite genau passt, denn wenn sie zu breit ist verrutscht man natürlich ungewollt auf der Sitzfläche. Wenn sie aber zu schmal ist, dann besteht die Gefahr, dass Druckstellen entstehen, die dann Schäden an der Haut verursachen können, weil sie durch die fehlende Schmerzempfindlichkeit nicht wahrgenommen werden. Sehr wichtig ist auch die richtige Höhe der Rückenlehne. Wenn sie zu hoch ist, engt sie den Oberkörper in seiner Bewegungsfreiheit ein, aber wenn sie zu niedrig für die jeweilige Lähmungshöhe ist, dann gibt sie dem Oberkörper auch zu wenig Halt. Natürlich sollte auch die Bauart des Rollis auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sein. Für aktive Leute empfiehlt sich eher einer mit starrem Rahmen, da er mehr Festigkeit hat und man damit auch höhere Geschwindigkeiten erreicht, und der Rolli trotzdem noch leicht zu manövrieren ist.

Hier ein paar Beispiele zu Aktivrollis

Durch den Ausfall der Sensibilität im Unterleib bin ich leider auch „undicht“. Der Fachausdruck dafür ist "Inkontinenz". Hierfür hab ich schon einiges ausprobiert, und habe deswegen auch mehrere OP´s hinter mir. Nichts klappt wirklich zufriedenstellend, aber die beste Lösung für mich ist ein Kondomurinal, das mit einem Hautkleber befestigt wird und durch einen kleinen Schlauch mit einem Auffangbeutel, der mit Klettbändern am Bein fixiert wird, verbunden ist.

Partnerschaft?

Ja, natürlich, mit allem Drum und Dran!

Es kommt nur darauf an, eine Partnerin zu finden, die bereit ist, sich auf einige Dinge, die eben „anders“ sind, einzustellen.

In vielen Dingen denke ich wohl anders und das ist oft nicht so leicht nachzuvollziehen für die Partnerin. Denn natürlich war der Unfall ein Einschnitt in meiner Biografie, der die vergangenen 20 Jahren auch mein Denken und meine Persönlichkeit beeinflusst hat. Das heißt aber nicht zwingend zum Negativen natürlich…

Dann gibt’s natürlich die Dinge, die im Alltag anders oder eben auch nicht gehen: auf Bäume klettern, in den Bergen wandern und vieles mehr. Es gibt eben einiges, was meine Partnerin ohne mich machen muss – und auch soll, denn es gibt keinen Grund, darauf zu verzichten. Natürlich gibt’s es aber weit mehr Dinge in Alltag und Freizeit, die wir gemeinsam machen können und das tun wir auch ausgiebig.

Und auch „im Bett“ braucht es einen etwas anderen Umgang miteinander. Der ist aber weitaus weniger „abweichend von der Norm“, als die meisten vermuten würden. Statt pornografischer Details lass ich hier lieber Zahlen sprechen J:

 

Auf all das muss eine Partnerin bereit sein, sich einzustellen, wenn eine Beziehung funktionieren und gedeihen soll. Aber unmöglich ist es eben nicht.  Wenn Ihr Fragen habt, dann meldet Euch bei mir, ich freue mich immer auf Post!

 

Ich steh für Fragen von Betroffenen und Interessierten gerne zur Verfügung.

 

 

 

 

 

Fuck MS 2 Script